Status der grünen Pfaue Pavo muticus in Thailand

Stand 31.10.2008

Vorkommen

In Nord-, Ost-, West- und Südthailand

In Südthailand ist der grüne Pfau vermutlich ausgestorben. Es wurde schon viele Jahre keiner mehr gehört oder gesichtet. Nach älteren Aufzeichnungen und alten Bälgen zu urteilen, die man noch in so manchen Museen findet, lebte einst dort die Spezies 'Pavo muticus muticus' welche auch in Malaysia beheimatet ist oder war.

In Ostthailand gibt es einige kleine Restbestände der Spezies 'Pavo muticus imperator'.

In Nordthailand soll es nach Schätzungen noch ca 500 grüne Pfaue der Spezies 'Pavo muticus imperator' geben. Diese leben sehr versteckt in vereinzelten Gebirgen Nordthailands. Sie leben hier teilweise sehr hoch in den Bergen, da ihr natürlicher Lebensraum durch den sehr verbreiteten illegalen Landraub zerstört wurde und wird.

Im Westen Thailands sollen Schätzungen zur Folge noch ca 1500 Individuen der 'Spezies Pavo muticus imperator' in der Natur leben. Dort sind durch große zusammenhängende Naturreservate die Bestände nicht so sehr gefährdet. Viele der Pfaue leben hier noch in ihren angestammten Gebieten.

Das Verbreitungsgebiet in Ost-, West- und Nordthailand liegt viele hunderte Kilometer auseinander. In wieweit sich hier die Pfaue farblich und vom Körperbau her gleichen oder unterscheiden, muss erst noch genauer untersucht werden.

Ich werde die Pfaue im allgemeinen nach Pavo muticus ( muticus, imperator, spicifer )und dem Namen des Verbreitungsgebietes benennen. Zum Beispiel 'Pavo muticus imperator Doi Saket 'für eine im Norden Thailands lebende Spezies, insofern nicht anders wisssenschaftlich benannt. Pseudonamen möchte und werde ich nicht vergeben!

Pfauenhahn 'pavo muticus imperator' bei der Nahrungsaufnahme in einem sehr steilen Hang

Bedrohung
Wie vorhin schon einmal angesprochen, ist einer der Ursachen der illegale Landraub und das Vordringen der intensiven Landwirtschaft. Die Pfaue werden mehr und mehr in die Gebirge verdrängt, wo sie oft einsame Bergkuppen bewohnen und später mangels Nahrung abwandern oder verhungern. Es ist erstaunlich, welche steilen Hügel sie bewohnen.

Ein anderer Faktor ist, dass genau zum Beginn der Brutzeit, die hier in Thailand in die Trockenzeit fällt, die Bevölkerung Brände in den Wäldern legt, um so die Pilzsuche und die Jagd auf wilde Kammhühner, die es hier noch in reichlicher Anzahl gibt, zu vereinfachen.
Die Eiersuche und die Bejagung mit Armbrust, mittelalterlichen Vorderladern und Schlingen sind auch für den Rückgang verantwortlich.
Die natürlichen Feinde wie Schlangen, Adler, Wildkatzen und Mungos finden auch immer wieder ihre Opfer unter den Pfauen und nicht zu vergessen sind wildernde Hunde und Katzen.
 
Einkreuzungen mit dem indischem Pfau, der hier sehr verbreitet in Städten und Dörfern gehalten wird, konnte ich auch des Öfteren sehen. Für den größten Teil der Bevölkerung sind es nur schöne Pfaue, sie interessiert die Unterschiede nicht.

Pfauenreservat bei Payao
Zwei Wildhüter die sich besonders um den Schutz der Pfaue in einem speziell dafür eingerichtetem Reservat einsetzen

Schutz
Zum Schutz der Pfaue hat man im Norden einige kleine Gebiete als Nationalpark ausgewiesen und Wildhüter bemühen sich um ihr Wohl .

Der Staat hat mit Hilfe der königlichen Familie vor vielen Jahren Zuchtstationen eingerichtet. In ihnen werden unter anderem Pfaue, Kammhühner und Fasane gezüchtet, es gibt ungefähr 22 dieser Anlagen.
Ich habe zuvor noch von keinem anderen Land gehört , das sich auf diese Weise so für den Arterhalt einsetzt.
Vieles haben wir, dem leider im Jahre 2007 verstorbenen belgischen Fasanen- und Pfauenliebhaber, Willi Haers zu verdanken.
Er stand hier durch sein persönliches Engagement dem Staat und dem Königshaus oft hilfreich zur Seite.
In gewissen Zeitabständen werden die Nachzuchten unter Anwesenheit eines Mitgliedes der königlichen Familie in dafür zuvor ausgesuchte Gebiete in die Freiheit entlassen (ausgesetzt). Die Pfaue stehen in Thailand unter besonderem Schutz der königlichen Familie.

Bilder Phatthalung
Bilder einer  Zuchtanlage hier Phatthalung im Süden Thailands

Eingang zur Anlage die sich mitten im Regenwald befindet
malaysischer Pfaufasan
Volierenanlage für malaysische Pfaufasanen