Reise in den Baluran und Uijon Kulon Nationalpark auf Java, Indonesien

Nachdem ich im Frühjahr 2007 mit meinem Zuchtfreund Wolfgang Mennig den Baluran Nationalpark das erste Mal besuchen durfte, entschloss ich mich, dieses Jahr die Reise abgeändert zu wiederholen. Sie sollte mich in den äußersten Osten und Westen des Landes führen.
Nach einigen Recherchen im Internet und einigen Vorbereitungen konnte die Reise beginnen.

Start meiner Reise war die Nimmanhaeminda in Road Chiang Mai, Thailand. Mit dem Tuk Tuk ging es zunächst einmal zur Busstation. Von dort aus mit dem Nachtbus in das 680 km entfernte Bangkok. Die Ankunft in Bangkok war um 6.00 h früh. Mit dem Taxi ging es von dort weiter zum Airport Survanabumi. Der Flug über Kuala Lumpur Malaysia startete um 11.10 h, um 18.30h erreichten wir Surabaya auf Java,  Indonesien. Dort wartete schon ein von Rosas Ecolodge geordertes Privat-Taxi und brachte uns in einer 4 -stündigen Fahrt nach Sitomulyo, West Java. Schweißgebadet und durchgerüttelt, denn überholt wurde grundsätzlich bei Gegenverkehr, erreichten wir gegen 24.00 h Rosas Ecolodge . Hier wurden wir überaus freundlich vom Team der Ecolodge begrüßt und nach einer heißen Tasse Tee ging es zur wohlverdienten Nachtruhe. Nun war ich mehr als 28 Stunden für eine Strecke von ca. 3500 km unterwegs, aber um Geld zu sparen wählte ich diesen Weg der Anreise.

Am nächsten Nachmittag fuhren wir in einem dafür eigens umgebauten Jeep in den 20 km entfernten Baluran Nationalpark. Hier gibt es noch eine Vielzahl von Tieren zu beobachten, unter anderem sahen wir grüne Pfaue, grüne Kammhühner, Adler, Nashornvögel, Wildtauben, Kleinvögel, Hirsche, Bateng-Rinder, Affen, Warane, Mungos und Vieles mehr. Die beste Zeit zum Beobachten der Tiere ist morgens um 5.00 Uhr und am späten Nachmittag ab 16.00. Uhr. Nach 4 Tagen verließen wir dann Ost-Java mit vielen schönen Erinnerungen, einer Menge guter Fotos und Videoaufnahmen. Wir beschlossen von Banyuwangi über Surabaya nach Jakarta zu fahren. Ein Taxi brachte uns morgens in das 30 km entfernte Banyuwangi, die Autofahrt dauerte ca. 1 Std. Mit dem Zug fuhren wir von Banyuwangi weiter nach Surabaya, er benötigte für die landschaftlich wunderschöne Strecke 9 Std. Etwa 3 Stunden mehr als man uns vorher mitteilte .Daraufhin änderte ich kurzfristig die Reisepläne  und ließ uns mit einem Taxi zum Airport nach Surabya bringen. Mit etwas Glück ergatterten wir noch 2 Flugtickets bei Lionair und konnten so Jakarta noch am selben Abend gegen 23 Uhr erreichen. In Jakarta angelangt, wurden wir am Ausgang des Airports von unzähligen Taxifahrern umzingelt, die uns ihre Dienste anboten.
Mit etwas Verhandlungsgeschick stellte sich ein privater Taxifahrer bereit, uns in ein Hotel in Jakarta zu bringen. Am nächsten Morgen um 10.00Uhr  sollte dann die Fahrt weiter nach Labuan, an die Westküste Javas, gehen. Ich hatte nicht damit gerechnet, doch wie versprochen starteten wir gegen 10 Uhr in das 120 km entfernte Labuan. Diese Strecke wurde nach einigem Nachfragen über  den Verlauf der Fahrtroute in 4 Stunden bewältigt. Meine Beine schmerzten vom vielen Mit- bremsen, denn auch hier wurde bei Gegenverkehr überholt. Meine Zähne schmerzten von den vielen Schlaglöchern, ich überlege noch, ob ich mir nicht besser für die nächste Fahrt einen Beißring zulegen solle.  Um 14 Uhr erreichten wir das Büro der Parkverwaltung des Uijon Kulon Nationalparks. Hier wird die Erlaubnis zum Betreten des Uijon Kulon Nationalparks erteilt und die weitere Reise vorbereitet, außerdem wurde uns ein Ranger zugewiesen, der unsere Reise durch den Park begleitete.  Die Parkverwaltung war sehr  hilfreich bei der weiteren Planung. Sie orderte für uns ein Fischerboot mit Besatzung, das uns am nächsten Morgen von Sumur aus nach Peucang Island bringen sollte. Peucang Island, 450 ha groß, ist einer der westlichsten Punkte Javas und ca. 500 m vom Festland entfernt.
Aus dem Internet hatte ich erfahren, dass man für die Verpflegung selber sorgen muss und so deckten wir uns noch am selben Tag mit Obst und Keksen für die nächsten 4 Tage ein, denn so lange sollte der Aufenthalt dauern..
Wir übernachteten in einem Hotel nahe der Parkverwaltung, welches nicht gerade das Sauberste aber das Einzige in der Nähe war.
Am nächsten Morgen sollte dann die Fahrt mit einem Minibus, der nur vormittags nach Sumur fährt, die Reise fortgesetzt werden.
Gegen 5 Uhr standen wir schon frisch bepackt an der Haltestelle. Ein vorbeikommender mini Minibus machte uns das Angebot, uns für 300000IR was 20 € entspricht nach Sumur zu bringen, und ich willigte ein. Kurz entschlossen änderte der Fahrer, der normalerweise für den öffentlichen Nahverkehr in Labuan zuständig ist, seine Route .
Wir bepackten das Bemo mit unserer Ausrüstung, mit dem Reserverad wurde dann die Tür verschlossen und die Fahrt begann. Kurz hinter dem Ortsschild Labuan wurde ich dann nach vorne auf den Beifahrersitz beordert, um dem Fahrer den Weg zu erklären. Oh! Dies war mir jedoch nicht ganz unbekannt, da in Indonesien viele Fahrer nicht lesen und schreiben können, aber um jeden Auftrag kämpfen. Es war gut, dass ich mich vorbereitet hatte, die einzelnen Orte der Durchreise kannte, und zum Glück eine gute Landkarte besaß. Es regnete in Strömen und die Schlaglöcher waren so tief, dass ich oft dachte, gleich bricht eine der Achsen ab und wir stehen da. Nach 3,5 Stunden erreichten wir den 73 km entfernten Fischerort Sumor, hier beginnt auch der Nationalpark Uijon Kulon.
Der Bemo-Fahrer setzte nach Erhalt des Geldes einiges direkt im nahe gelegenen Shop in neue Schuhe, Zigaretten, Kekse und andere Dinge um.
Der Schiffseigner erwartete uns bei einer guten Tasse heißen Tee und in Kokosmilch gebackenen Bananen. Dann wurde noch einmal über den Preis gefeilscht, den ich aber zum Glück vorher bei der Parkverwaltung festgesetzt hatte. Nach mehrmaligem energischem Drängen wurde dann die Ladung für den Aufenthalt auf Pecuang Island zusammengestellt, die aus Treibstoff, Zigaretten, Wasser und einigem an Lebensmittteln bestand. Einiges davon war auch für das kleine Büro, das sich auf Pecuang Island befindet bestimmt. Aufgrund der Regenzeit und der damit verbundenen unruhigen See, sollte uns das Boot nach Pecuang Island bringen, und dort mit der Besatzung bis zur Rückfahrt auf uns warten.

Gegen 11.00 traf auch unser Ranger ein, der uns bei der weiteren Reise begleiten sollte. Unser Gepäck wurde in ein kleines Fischerboot geladen und  zu einem etwa 12 m langen größeren Fischerboot gebracht. In Sumor liegen die Boote auf offener See, es gibt keinen Hafen.
Nachdem das Gepäck verstaut war, wateten wir zu dem zurückkehrenden kleinen Boot,  wobei uns das Wasser bis zum Nabel reichte, und kletterten dann mit Hilfe der Besatzung hinein.
Meine ganze Sorge galt hier meiner Foto- und Videoausrüstung und ich war sehr froh, als ich das größere Fischerboot mit trockener Ausrüstung erreichte. Dort angekommen, wurden uns zu unserer eigenen Sicherheit Schwimmwesten angelegt. Wir starteten die Überfahrt bei Regen und unruhiger See, ich traute mich nicht, meine Foto- und Videoausrüstung auszupacken und machte lediglich einige Aufnahmen mit einer kleineren, billigen Ersatzkamera. Die Fahrt ging mehr oder weniger an der Küste entlang nach Peucang Island. Auf Pecuang Island gibt es 2 Gästehäuser und eine kleine Rangerstation, die auch immer mit 3-5 Leuten besetzt ist. Nach 3 Stunden Fahrt, etwa 56 km, legte das Boot am Steg von Pecuang Island an. Ich war erleichtert.

Auf der Überfahrt zeigte uns der Ranger in welchen Gebieten des Nationalparks das Java-Nashorn und die hier lebenden Leoparden anzutreffen sind.
Nach einer kurzen Besichtigung unserer Unterkunft, die lediglich aus einer Matratze in einem der 2 Gästehäuser und der Toilette bestand, wobei eine Kelle und ein großer, gemauerter Wasserbehälter als Wasserspülung und Dusche dienten, machten wir uns wieder per Boot auf das 500 m entfernt gelegene Festland.

Nach einem kurzen Fußmarsch durch die Mangrovensümpfe erreichten wir eine Lichtung bei Cidaon. Hier sind mit etwas Glück Bateng-Rinder und grüne Pfaue zu beobachten. Doch zu allem Unglück, es war hier in West-Java Regenzeit und es regnete fast ohne Unterlass, war man hier damit beschäftigt, die Savanne zu erweitern. Meine Stimmung sank gegen Null, zumal man mir auch noch vorher von verschiedenen Stellen aus berichtet hatte, es wäre Balzzeit der Pfaue. Und diese waren hier voll in der Mauser.
Der für die Savanne zuständige Ranger teilte mir, nachdem wir uns einige Zeit über die Pfaue und verschiedene andere Tiere unterhalten hatten mit, er würde am nächsten Tag die Arbeiten auf die Zeit von 8.30 bis 16.00 beschränken, und ließ in mir die Hoffnung aufkommen, hier doch noch einige Tiere zu sehen.
Und so machten wir uns wieder auf den Weg nach Pecuang Island, aßen einige Kekse und begaben uns zu Bett, denn am folgenden Morgen wollten wir wieder gegen 4 Uhr morgens aufbrechen.
Am nächsten Morgen setzten wir in einem kleinen Motorboot über und machten uns wieder auf den Weg zur Savanne. Bei strömendem Regen hatten wir das Glück, einige Bantengs und Pfaue zu beobachten. Des Weiteren sahen wir in den darauf folgenden Tagen eine Unzahl an Nashornvögeln, deren Flügelschlag mich an den eines Schwanes erinnerte, fliegende Füchse, Hirsche, Batengs, Warane, Wildschweine, Krummschnäbel, Wildtauben und Beos. Als sehr unangenehm erwiesen sich tausende von Moskitos, die ohne geeignete Schutzmaßnahmen nicht auszuhalten waren.
Wir besuchten das Festland ca. 4 mal und am vorletzten Tag schien dann auch einmal für 3 Stunden die Sonne. Ich glaube, wir sind während der vier Tage des Aufenthaltes nicht einmal richtig trocken gewesen. Ernährt haben wir uns von Wasser, Obst, Keksen und ein paar Tellern Reis mit Spiegelei, die uns unser Ranger freundlicherweise zubereitete. Da wir Vegetarier sind, war es mit der Nahrung oft schwierig, doch wir sind einfaches Essen gewohnt.
Nach 4 Tagen traten wir morgens gegen 6.30 die Heimreise an. Die See war so unruhig, dass nicht nur wir, sondern selbst die Besatzung des Schiffes, einschließlich des Rangers und des Käpitäns Schwimmwesten tragen mussten. Ich machte mir erneut Sorgen um die Ausrüstung und um unser Leben. Zum Glück hatte ich nicht gefrühstückt, und wir erreichten wohlbehalten und etwas grün im Gesicht nach vier Stunden Fahrt Sumur.
In Sumur musste ich mich erst einmal neu Einnorden, so schlimm war die Fahrt für mich. Nach einer Stunde fand sich dann auch jemand, der uns direkt über Labuan, wo unser Ranger wohnte, nach Jakarta in das von uns bekannte Hotel brachte. Der Fahrer bewältigte die Strecke in einer absoluten Rekordzeit von 4 Stunden, wobei er den 4. und 5. Gang des Wagens anscheinend nicht kannte, dafür aber Vollgas in all den anderen Gängen gab.
Gegen 16.00 erreichten wir das Hotel in Jakarta und stellten uns wieder auf für uns normale Verhältnisse ein. Nachdem wir den Zoo von Jakarta und einen Vogelmarkt besucht hatten, traten wir die Heimreise nach Thailand 3 Tage später an.
Morgens ging es per Taxi zum Flughafen von Jakarta. Am Schalter von Malaysia Airlines teilte man mir dann freundlicherweise mit, dass Suvarnabhumi in Thailand wegen Streiks geschlossen sei. Ich solle doch am nächsten Tag noch einmal vorbeischauen und nachfragen, ob sich die Lage entspannt habe.
Ich hatte aber ein ungutes Gefühl in mir und wollte nun auch nach 2,5 Wochen Aufenthalt auf Java zurück nach Thailand, um mein Material an Fotos und Videos zu sichten. Ich beschloss bis nach Kuala Lumpur, und von dort aus nach Phuket und weiter nach Chiang Mai, oder wie auch immer zu fliegen.
Ich erreichte Kuala Lumpur auf normalem Wege und hatte dort Glück, dass man mir meinen zuvor gebuchten Flug von hier nach Bangkok nun nach Phuket umbuchte.
Am Abend gegen 21.00 erreichten wir Phuket, aber von hier aus war es nicht möglich, weiter nach Nord-Thailand vorzudringen. Alles war ausgebucht oder die Flughäfen waren dort, wo wir hin wollten, geschlossen. Ein Taxi brachte uns nach Phuket Stadt in ein Hotel. Erst einmal ausschlafen, und am nächsten Tag weitersehen, war jetzt die Devise. Zudem war ich auch noch von einer starken Grippe befallen, die ich mir durch die Nässe im National-Park und die Klimaanlage im Hotel in Jakarta eingefangen hatte.

Am nächsten Morgen besorgte uns dann der Hotelportier einige der letzten Bustickets nach Bangkok, auch hier war alles ausgebucht. Die anschließende Fahrt dauerte 13 Stunden bis zum Busterminal Süd in Bangkok, von dort ging es mit dem Taxi zum Busterminal Nord. Sofort kauften wir am ersten Chiang Mai Schalter die Tickets und 5 Minuten später startete schon der Bus.
Wir erreichten Chiang Mai nach 12 Stunden und waren nun froh, nach 25 Stunden Busfahrt am Stück endlich wieder zu Hause in zu sein.

Fazit:
Ich habe viele Freundschaften geschlossen, Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Den Uijon Kulon Nationalpark werde ich noch einmal aufsuchen, aber nicht zur Regenzeit. Es ist einfach paradiesisch dort, das Wasser des Meeres ist glasklar und auf Pecuang Island sind Hirsche und Wildschweine so zahm, dass manche einem aus der Hand fressen.
Ich habe in Asien schon einige Nationalparks besucht, aber nirgendwo so viele Tiere zu sehen bekommen, wie in den Nationalparks Javas.