Eine ernüchternde Reise nach Süd-Laos

Reisebericht Laos

Im Februar 2009 beschloss ich eine schnupper Reise zu den Pfauen Süd-Laos zu tätigen.

Start war der Busterminal in Chiang Mai. Mit der Busgesellschaft Nakonchai Air.

Die Busfahrt begann von hier um 12.15 Mittags zu einem Preis von ca. 900 Bhat und endete zunächst nach 1050km in Ubon Ratchathani um 5.30 des nächsten Morgens. Von dort ging es um 6.30 weiter nach Chong Mek  zur Grenzstation 1,5 Std 88km für 100 Bhat. Das Visa für Laos kostete 1300 Bhat und mit dem Songtel für 40 Bhat nach Pakxe der Provinzstadt in Laos.

Ein Tuk Tuk brachte mich von dort in das ansässige Touristenbüro in dem ich mich nach Nationalparks und das Vorkommen von Pfauen erkundigte. Ich sollte mich nach Attapeu aufmachen und dort nachfragen. Der wartende Tuk Tuk Driver brachte mich zum Busterminal Süd und in einem alten klapprigen Bus, der zunächst noch mit 20 Sack Zement und einigen anderen Teilen beladen wurde, alles fand Platz im Mittelgang des Busses, ging es auf nach Attapeu fast 200km entfernt. Der Preis für die einfache Fahrt betrug 35000 Kip etwa 2,50€

Nach 2 km wurde das erste Mal gestoppt , um einige neue Mitreisende aufzunehmen, die mehr oder minder noch einen einiger maßen guten Platz im Bus ergatterten. Mit einem lauten Krachen wurde die Fahrt fortgesetzt und nach einer kurzen Zeit wieder gestoppt dieses Mal in einem Berghang, die neuen Mitreisenden fanden noch Platz auf den Zementsäcken. Die Weiterfahrt wurde wieder durch ein lautes Krachen zunächst beendet, die Kupplung hatte sich verabschiedet und dies in einem Berghang und dieser hatte eine Länge von ca. 20km denn so lange sollte der Anstieg bis zum Boleven Plateau dauern. Der Busfahrer ließ sich jede doch nicht aus der Ruhe bringen, er kannte die Situation, einige mitgeführte Steine wurden unter die Hinterräder geschoben und von nun an mit eingelegtem ersten oder zweitem Gang gestartet, was mehr oder minder langsam klappte. Es wurde eine Fahrt wie im Beutel eines Kängurus, den Berg hinauf,denn der Bus stoppte alle Kilometer Gäste kamen und gingen und ich war zunächst einmal froh das fast 1000m hohe Plateau zu erreichen.

Im nächst größeren Ort Pakxong wurde eine kleine Pause eingelegt, hier war gerade Markttag und viele Händler stürmten den Bus um uns mit den für ihre Verhältnisse Köstlichkeiten einzudecken. Darunter gehörten gegrillte Zikaden am Spieß und Hühnerfüße in der Tüte. Aber auch gegrillte Wachteln, Brot und sehr viel Obst, es war für alle Geschmacksrichtungen etwas vorhanden. Nach 10 Minuten wurde unsere Hobserfahrt, die Kupplung hatte ja ihren Geist aufgegeben, fortgesetzt.

Das Plateau selber erschien mir feucht und kühl und mir entgegen kommende Holztransporten und  brennende Wälder ließ in mir die Hoffnung hier noch Pfaue zu finden schnell sinken.

Hier wurde Raubbau an der Natur in großem Stiel vollzogen, um Kaffeeplantagen anzulegen, ich selber trinke schon fast acht Jahre keinen mehr, werde nach dem ich dieses sah auch keinen mehr trinken. Das Holz verkauft der Staat oder die Mafia um ihre Devisen aufzubessern, dies ist in den ärmeren Ländern Asiens mehr und mehr zu sehen. Viele Staaten wie Thailand und Indonesien haben die Abholzung gestoppt und die ärmeren Länder wie Laos, Kambodscha und Myanmar verkaufen jetzt umso mehr, so dass auch hier Fauna und Flora in Zukunft keine Bleibe mehr haben werden.

Aber zurück zur Reise nach Attapeu, inzwischen hatte ich natürlich als einziger Weiser reisender die Aufmerksamkeit einiger Mitreisender geweckt und mit etwas Thai die Sprachen Thai und Lao gleichen einander, Händen und Füßen kamen einige Gespräche zustande. Nach der Frage ob den jemand hier die grünen Pfaue kenne und schon einmal zu sehen bekommen hätte, hörte ich immer wieder  Soop Soop Alleu Alleu was soviel bedeutet wie klein geschnitten und gebraten sind sie sehr sehr lecker. Vor 10 Jahren hatte man auf dem Plateau die letzten gesehen, aber tief im Dschungel nahe Vietnams und Kambodscha solle es wohl noch welche geben. Zur besseren Verständigung habe ich aber auch immer einige Fotos, von dem was ich Suche dabei, dass hat sich als sehr vorteilhaft herausgestellt, man kannte hier den Ährenträgerpfau, Rheinartsargus, Prälatfasan und die roten Kammhühner aber wie erwähnt alles sehr lecker.

Ab Thateng ging es langsam den Berg hin unter entlang des Plateaus nach Attapeu. Zumindest die Hänge waren hier noch intakt und nicht abgeholzt auch weite Teile der Ebene auf dem Weg nach Attapeu welche auch landschaftlich sehr schön sind und an einem Fluss vorbei führen. Dadurch das man im Bus keine Fenster schließen konnte und einige Zementsäcke löcher hatten, aus denen immer mehr Zementstaub austrat, sahen wir alle aus wie die Schweine nur die Augen hatten noch eine natürliche Farbe.

Kurz vor Dunkelheit erreichten wir Attapeu ein Songtel brachte mich dann zu einem Gasthaus in dem ich für ca. 6€  übernachtete. Bezahlen konnte man in Kip oder Bhat auch einen ATM gab es, in welchem man mit der Eurokarte laotische Kip ziehen konnte. In einem Restaurant fand ich dann auch als Vegetarier mein geliebtes Khao Pat Thai, Reis, Gemüse und Eier. Nachdem ich auch hier nur negative Auskünfte über die Pfaue erhalten hatte, jedoch auch einige Positive 130km entfernt von hier und kein Motorrad mieten konnte, fuhr ich am folgenden Morgen um sieben zurück nach Pakxe. Dieses mal in einem intakten Bus und ohne Zementsäcke, diese Fahrt gelang dann auch reibungslos.

Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf den Mae Kong hinunter das Land zu erkunden oder viel mehr Informationen zu sammeln.

Start war auch hier der Busterminal Süd und ein Bus brachte mich hinunter nach Khong Island, ein riesiges Flußdelta mit ca. 4000 Inseln nahe der Grenze zu Kambodscha. In einem kleinem Boot setzten wir über zur Insel eine Familie aus Bayern hatte auch den Weg nach hier gefunden .Hier sollte ich meine geliebten Pfaue finden laotische ganz bestimmt, aber auch hier hatte sein indischer Vetter der blaue Pfau das Land erobert und saß mit einigen seiner Art in einer Voliere bei einer Schule.

Neue Informationen deckten sich mit dem die ich zuvor im Internet gefunden hatte ein Ort in Chamsak auf der anderen Seite des Deltas unweit von Thailand und Kambodscha.

Müde von dem ganzen hin und her beschloss ich mich erst einmal wie ein normaler Touri zu verhalten und Buchte eine Reise per Bus und Boot zu den Flussdelfinen an die Grenze zu Kambodscha. Für ca. 21€ .Mit dem Bus und Fähre bis Veun Kham und von dort per Boot zu den Delfinen, hier genau an der Grenze zu Kambodscha haben sie ein sicheres zu Hause.

Unterwegs besuchten wir noch einige gewaltige Wasserfälle und in einer 3 stündigen Bootsfahrt ging es zurück zum Ausgangspunkt. Wirklich eine beeindruckende Landschaft die auch von sehr vielen jungen Touristen aufgesucht wird sie baden hier zusammen mit den Schweinen und Wasserbüffeln im Mae Kong River und wohnen in Pfahlbauten die man zu Tausenden für den aufsteigenden Tourismus gefertigt hat.

Aber auch hier hatte ich die Augen bei der Fauna und mir fiel sehr auf dass gerade ja in einer Fluss und Waldregion, ich keine Tier zu sehen bekam, keine Vierbeiner, drei Seeadler fünf Fischreiher und sonst nichts. Dort, wo es hier Menschen gibt wird alles wirklich alles gejagt und gegessen, die Menschen essen einfach alles wo ein Herz drin schlägt, Aussage eines Mönchen den ich kennen lernte.

Ein ältere Bewohner der Insel bestätigte mir das vorkommen der Pfaue in der nahen Grenzregion es ist das Emerald Dreieck oder auch Triangel genannt, ich solle zurück Richtung Pakxe und bei Lak 40 den Mae Kong überqueren. Es gibt in Süd Laos nur eine Brücke auf 200km um den Mae Kong zu überqueren und nur 2 Fährstationen, so mir bekannt ist.

Also, bin ich zurück habe den Mae Kong bei Lak 40 überquert und mich mit einem Songtel nach Champasak dem nächst größeren Ort begeben. Leider musste ich hier erfahren dass es wieder hinunter zum Emerad Dreieck nur über unbefestigte Wege geht und ich doch besser die Fähre bei Moen Mun  nehmen solle also wieder zurück und von dort weiter nach Dong Khanthung. Das war jetzt zu viel für mich und ich habe mich am selben Tag noch zurück nach Pakxe der größten Stadt im Süden begeben. Ein gutes Hotel zum Preis von 7€ die Nacht kannte ich ja schon und mietete mir auch gleich ein Motorrad um unabhängig von Fahrgelegenheiten die restlichen Tage ein bisschen den Süden zu erkunden. Für 7€ pro Tag, mehr als das doppelte was man in Chiang Mai Thailand bezahlt.

Morgens um 6 startete ich zum Phou Xiang Thong Nationalpark auch hie besaß ich einige Infos aus dem Internet. Nach dreißig km wurde meine Fahrt jäh beendet ich fuhr platt auf gut deutsch gesagt, aber zum Glück genau vor der Türe einer Motorradwerkstadt, hatte er vielleicht Nägel für neue Kunden gestreut nein der Schlauch war alt und porös für 1,50€ wechselte er den  Schlauch inklusive Montage, dass sind Preise da kann man nicht meckern.

Immer wieder unterbrach ich meine Fahrt und befragte die Bevölkerung nach Pfauen, aber auch hier Mai mi nicht vorhanden. Nach 80km, Nachfrage in einem Kloster und positiv, ein alter Mönch und ein ebenso alter anwesender Zivilist bestätigten mir das Vorkommen im nahen Dschungel und gaben mir auch eine leichte Wegbeschreibung.

Nach einem km bin ich von der Straße abgebogen und auf einem schmalen Pfad in den Dschungel eingedrungen. Ich hatte mir vorgenommen von hier den Dschungel Richtung Mae Kong auf einer Länge von 20km zu durchqueren. Hier war die Natur noch in Ordnung, riesige Bäume und Vogelgezwitscher säumten meinen Weg, der jedoch auch immer holpriger und damit auch gefährlicher wurde  und bei dem Gedanken an dem Stachelbambus den ich zu genüge aus Thailand kannte stoppte ich meine Fahrt, denn hier gab es keinen Mechanikus außer mir selber und mir fehlten dazu das Werkzeug. Zunächst einmal Durst löschen und verschnaufen. Durch das Motorgeräusch meiner Honda hatte ich wohl einige Waldbauern angelockt und innerhalb 5 Minuten gesellten sich drei von ihnen zu mir. Nette kleine sehr dunkelhäutige Menschen. Hier brachte ich in Erfahrung was ich so lange suchte, Pfaue gibt es nahe dem und auf dem Pfauenberg sowie Elefanten, Bantengrinder und andre Dschungelbewohner, aber nur zu Fuß in 2 Tagesmärschen zu erreichen. Sie machten mir das Angebot mich dort hin zu führen, ich werde das Angebot in ein zwei Jahren wahrnehmen, jetzt hatte ich keine Zeit dazu.

Ich wollte diese Aussagen bestätigt wissen, so bin ich zurück zur Straße und weiter Richtung Norden nach 4 km sah ich eine kleine Ortschaft links von mir und bin halt einfach einmal abgebogen, vorbei an den ersten Pfahlbauten, aber fast menschenleer Richtung Dschungel.

Hier lag ein Mönsch auf einer Klappliege ausgebreitet seinen Kopf stütze ein schönes weiches Kopfkissen umgeben von einigen Höheren der Dorfbevölkerung. Zunächst dachte ich es wäre jemand gestorben so viele Menschen waren anwesend, eine Gruppe von 20 bis 30 Frauen jeglichen Alters abseits davon ca. 20 junge und alte Männer einige werkelnd in einem Pfahlhaus was wohl auch gerade errichtet wurde und als Unterkunft für den Mönchen dienen sollte. Man winkte mir näher heranzukommen und gab mir zu verstehen dass man hier ein Watt  Kloster für den Mönchen baue, ich möchte doch auch bitte etwas spenden. Ich spendete 1000 Bhat was für Laos sehr viel Geld ist, mit der Bitte doch in Zukunft die Pfaue unter Schutz zu stellen und als Lebewesen sehr zu achten, da sie in Thailand unter dem Schutze Buddhas stünden, die Ohren des Mönchen wurden bei dem Worte Buddha größer und größer. Bei einem etwas intensiveren Gespräch über die Fauna und Flora in Süd Laos gab er mir unter Anderem zu verstehen das die Bevölkerung auf dem Lande und gerade die in den Bergregionen alles essen wo ein Herz drin schlägt „ sie haben alle Hunger „ gab er mir als Entschuldigung zu verstehen.

Aber die Frage nach den Pfauen, ja sie wurde auch hier positiv beantwortet. So bin ich dann weiter Richtung Norden und am Ende des Nationalparks fand ich dann auch endlich einmal eine Forstverwaltung und einer der Beamten schilderte mir ,wie er auf „ Pfauenjagd „ ging das sagt wohl alles über die Nationalparks in Süd Laos. Ich bin zurück, die 130km nach Pakxe.

Am darauf folgenden Tag habe ich dann noch einmal den Weg nach Attapeu auf mich genommen, wieder früh morgens um 5.30 ging es los, hoch hinauf nach Pakxong und von hier quer über das Plateau. 3km hinter Pakxong hörte der befestigte Weg auf und es ging über eine Schotterpiste mit roter asiatischer Erde über das Plateau. Entgegenkommende Autos zwangen mich immer wieder zum Halten, so Staubte es und man konnte nichts sehen und kaum Atmen.

Auch hier sah ich fast keine Wälder nur Kaffeeplantagen und abgeholzte Flächen entlang des Weges , vielleicht sieht es ja doch abseits der Pfade etwas besser aus, es bleibt noch zu ergründen.

Am Ende des Plateaus ging es dann sanft durch den Dschungel hinunter zur Hauptstraße nach Attapeu, hier konnte ich eine wunderschöne intakte Natur vorfinden, eine befragte Familie die ich als Jäger und Sammler einstufen möchte konnte sich an Pfaue in dieser Gegend nicht erinnern. Wohl aber sah ich ein Paar wilde Kammhühner Galus Spadicesus und auf dem Rückweg von Attapeu hatte ich noch fast einen Prälatfasan überfahren, welches für mich dann doch noch einen schönen Abschluß meiner Schnupperreise zu den Pfauen Süd Laos hinterließ.

Mit einem riesigen Sonnenbrand auf Arme und Handrücken verließ ich am nächsten Morgen Pakxe und somit Laos, aber ich komme wieder mit etwas mehr Zeit und wohl hoffentlich auch mehr Glück im Gepäck.

Die Gesamtreisekosten beliefen sich für 8 Tage auf ca. 170€ ab Chiang Mai hin und zurück, ich habe ca. 3800km zurückgelegt. Hinzu fügen möchte ich noch das Laos fast doppelt so teuer ist wie Thailand die Bevölkerung auch hier sehr freundlich und hilfsbereit ist.

Das Grenzgebiet zu Vietnam ist jedoch unter aller Vorsicht zu betreten, hier hat man im Vietnamkrieg mehr Bomben abgeworfen als im zweiten Weltkrieg über ganz Deutschland und wohl wurde von den Verursachern vergessen sie wegzuräumen.