Brutplatz,nach dem die Laubschicht verbrannt wurde
Henne mit Küken 8 Wochen alt
Hahn mit Samba Hirschen
Der morgendliche Flug vom Schlafplatz
Plege und Trocknung der Schleppe
Hahn in der Mauser, die Pracht ist verloren
Zwei balzende adulte Hähne
Ein große Gruppe von Hennen mit ihren Jungtieren
Eine Henne mit ihrer Nachzucht, kaum zu unterscheiden
Balzgetue
Verfolgung bis ins Dickicht

20.08.2011                                                            

Ein Jahr im Leben der Wilden grünen Pfaue, so wie ich es selber beobachtet habe und sehen konnte. Wie möchte man so ein Jahr im Leben der Pfaue beschreiben, sie gelten als scharfäugige, scheue Dschungelbewohner ihnen entgeht nichts, was in ihrem Umfeld geschieht und ich kann diese Aussagen nur bestätigen. Meine Beobachtungen habe ich zu 90 %  nur aus Tarneinrichtungen heraus tätigen können.  Auch habe ich die Tiere dafür über einen langen Zeitraum an bestimmte Futterplätze gewöhnt, die ich an Wildwechseln angelegt hatte, denn der Pfau selber ist ein Gewohnheits- und sehr Standort treues Tier. Es ist Mitte März und drückend heiß, die Tages-Temperaturen betragen zu dieser sehr trockenen Jahreszeit um die 35° selbst in der Nacht sind es in der Regel um die 20°- 30°.

Puh war das wieder ein Jahr, endlich Ruhe, jetzt müssen sie für sich selber sorgen, alles notwendige dazu habe ich ihnen mit auf ihrem, von jetzt ab neuen Weg mit gegeben. Nein die Trennung war nicht einfach, wo sie doch so an mir hängen und ohne die Mithilfe der Revierhähne würden sie ihr ganzes Leben an meinen Schwanzfedern hängen. Das sind, ich nehme es einmal an, die Gedanken der Henne die gerade auf ihrem Nest sitzt und die unter ihr liegenden 5 Eier wendet. An einem Berghang unterhalb eines aus dem Boden ragenden Steines hatte sie zwei Wochen zuvor in einer kleinen Mulde, die sie mit ihren Füßen ausgescharrt und mit einigen trockenen Grashalmen ausgepolstert hatte ihre Eier abgelegt. Fünf Stück an der Zahl jeweils über den anderen Tag eins, in den späten Nachmittagsstunden. In der Natur bestehen die Gelege aus drei bis maximal fünf Eiern. Hoffentlich brennen die Menschen nicht wie jedes Jahr die dünne Laubschicht der Dschungelränder und des Dschungels weg, viele meiner Verwandten verloren dadurch ihr erstes Gelege im letzten Jahr einige kurz vor dem Schlupf der Jungtiere. Andere verloren ihr Gelege an Eiersammler deren Inhalt in Asien egal wie weit bebrütet als Delikatesse gilt. Auch Waranen, Schlangen, Wildschweinen und sonstigem Getier sind unsere Gelege eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Über ein Nachgelege freuen sich nur die Hähne, die dann vielleicht noch einmal dürfen. In den meisten Teilen Asiens speziell in Thailand, Laos, Myanmar, Vietnam und Kambodschas wird in den Monaten Februar bis April die dünne Laubschicht speziell der Trockenwälder verbrannt, um besser und lautloser jagen zu können ist einer der Hauptgründe dafür, denn das trockene Laub verursacht sehr viele Geräusche beim heranschleichen. Die Henne bebrütet die Eier rund 28 Tage lang bis die Jungen schlüpfen, sie verlässt ihr Nest nur kurz zur Wasser und Nahrungsaufnahme. Die ersten Jungtiere schlüpfen Ende März, Anfang April. Die erste Eiablage der Pfauhenne erfolgt in der Regel ab dem zweiten Jahr. Kurz nach dem Schlupf, zumeist innerhalb von 24 Stunden verlässt die Henne mit ihren Küken das Nest und begibt sich mit ihnen auf Nahrungssuche und zur Wasseraufnahme. Während dieser ersten Tage sind die Küken extrem gefährdet, da sie noch kein Feindbild haben und erst ab dem 3- 5 Tag unter zur Hilfenahme von niederem Strauchwerk aufbaumen. Ab dem 5 Tag sind die Küken in der Lage 2m hoch zu fliegen. Die Nahrung der Jungpfaue besteht aus allerlei kleinen Insekten und reifen und unreifen Sämereien die sie von ihrer Mutter von ihrem Schnabel hingereicht bekommen. Sie gibt dabei einen leisen Lockruf von sich, die Küken lernen dabei was für sie genießbar ist und was nicht. Die Henne führt ihre Küken auf die ihr altbekannten Wegen durch die Vegetation der Wälder, Fluss- und Seeuferregionen. Nach einigen Tagen schließt sie sich zumeist mit einer anderen Henne, die auch Küken führt zusammen. Bei den Meisten der älteren Hennen liegen die Brutzeiten zeitlich nahe beieinander, so dass innerhalb von 3 Wochen bei 5 Hennen die Küken schlüpften. Bei der Nahrungsaufnahme halten sie jedoch immer einen gewissen Abstand zueinander ein. Die Rangordnung der Hennen zueinander wird sehr schnell an die Küken weitergeben. So sind die Küken einer im Rang hohen Henne auch einen Rang höher gegenüber gleichaltrigen Artgenossen. Die Revierhähne sind am eigentlichen Brutgeschäft nicht beteiligt. Sie fliegen im Gleitflug oft lautlos noch im Morgengrauen von ihren Schlafplätzen zur Erde und begeben sich dann zur Wasseraufnahme picken hier und dort ein wenig bevor sie an einem ihre Balzplätze eintreffen und geben dort erst einmal ein weit hin hörbares Kooohoo Kooohoo ho ho ho ho von sich. Oder ein waao waao beides signalisiert dieses Revier ist besetzt, den  noch nicht zur Brut geschrittenen Hennen weist es den Weg zu den geschlechtsreifen Hähnen. Von früh Morgens bis zur Dämmerung sind die Hennen mit ihren Küken unterwegs immer auf der Suche nach Nahrung verharren sie nie zu lange an einem Ort, nur in den Ruhefasen der heißen Mittagsstunden suchen sie oft ein Bambushain auf und nehmen dort ausgiebige Sandbäder. Auf ihren Wanderungen durchstreifen sie die Gebiete vieler Revierhähne die sie oft an ihrer Reviergrenze sozusagen abholen und mit ihnen gemeinsam das Revier auf der Suche nach Fressbarem durchstreifen. Die Althähne stellen dabei auch ihr buntes Rad zur Schau, wobei sie bei den Jungtieren viele Nachahmer finden ob Hähnchen oder Hennchen  alle beteiligen sich mit Ausnahme der Henne. Manchmal stehen die Alt-Hähne etwas abseits und sichern das Gelände. Ich habe jedoch nie beobachten können das ein Hahn sich direkt an der Aufzucht beteiligt oder Jungtiere der Henne  des Vorjahres wie in machen Foren zu lesen ist. Die Jungtiere des Vorjahres habe ich nicht bei solchen Verbänden gesehen, sie durchstreifen alleine oder in Trupps zumeist für sie unbekannte Gebiete. Die Hennen beginnen während dieser Phase der Aufzucht mit der Mauser, bei den meisten Hähnen setzt sie auf dem Höhepunkt der Balz mit dem Wechsel der hellbraunen Federn der Handschwingen schon im Februar ein. Solange es genügend Nahrung, Wasser und keine Störungen von außen gibt benutzen die Pfaue mit einer gewissen Regelmäßigkeit die von ihnen selbst vorgegebenen Wege. So werden auch Schlafplätze besonders die von Hähnen über Jahre benutzt. Werden sie dort während der Nachtruhe gestört, verlassen sie ihn für eine unbestimmte Zeit und suchen einen anderen, um einiges entfernt von diesem, für eine längere Zeit auf und kehren später zu ihrem alten Schlafplatz zurück. Die Hennen benutzen da schon eher mehrere Schlafplätze, da sie ja auch nicht an ein bestimmtes Revier, so wie die Hähne gebunden sind. Sie brauchen oft zwei Tage um eine Runde auf ihrem Wildwechsel zu drehen. Es ist schon sehr interessant zu sehen, wenn so ein Familienverband von einem Revier in das eines anderen Hahnes wechselt. Er wartet oft an dieser für uns nicht zusehenden Grenze und führt den Verband von Hennen und Jungtieren durch sein Land genauso wie der vorherige Revierbesitzer es auch getan und so als ob er der Vater der Nachzucht wäre. Ich habe solche Verbände beobachten können die fünf verschiedene Reviere durchquerten und sie waren überall gleich gut angesehen. Ob sich die Hennen von mehreren Hähnen vor ihrer Eiablage treten lassen müsste einmal an Hand von einer DNA-Untersuchung festgestellt werden, denkbar ist es. Im Laufe der ersten Monate ihres Daseins, März bis Juni verlieren die Hennen immer wieder Küken zum Teil an Schlangen, Wildkatzen und Raubvögel. Bei einem Angriff eines Adlers, denn ich einmal beobachten konnte stießen die Hennen ein weit hin hörbares Tok Tok Tok  Krrrook Krrrooh hoh hoh hoh  als Warnruf aus und verschwanden mit ihren Jungen im dichten Unterholz. So bleiben zumeist von 5 geschlüpften Küken, in den Habitaten die noch von allen Wildarten bewohnt werden eins bis drei übrig. Dort wo der Mensch die Landschaft durch Kulturland geprägt und viele der Fressfeinde ausgerottet hat, sieht man auch schon einmal, aber sehr selten eine Henne die fünf von ihren Kindern bis ins erwachsenen Alter führt. Hier sind es normal zwei bis vier Küken die geführt werden und das erwachsenen Alter erreichen. Mit zunehmendem Alter der Jungtiere werden auch die Eiweißportionen größer die gefressen werden, so finden sich auch Frösche, Schnecken, Eidechsen und kleine Schlangen auf dem Speiseplan, die oft als Ganzes verschluckt werden. Die Dunghaufen der Banteng-Rinder werden regelmäßig nach Käfern untersucht, diese gelten auch bei den Asiaten als Delikatesse. An Obst wird gefressen, Bananen, Mangos, die Frucht des Jacko Baums, Früchte von Schlingpflanzen und vieles mehr. An Grünpflanzen Gras, Klee und viele Blätter der verschiedensten Pflanzen. Reife und unreife Samen von den verschiedensten Gräsern werden mühevoll von den Rispen gestreift und auf den Feldern der Farmer werden Mais, Reis, Bohnen und Erdnüsse fast in Teamarbeit geerntet. Man kann fast sagen der Pfau ist ein Allesfresser, denn so vielseitig ist, wenn er sie findet seine Ernährung. Ab Julie je nach Schlupfdatum sind die Verluste unter den jungen Pfauen geringer und sie haben viel gelernt was Nahrung, Feinde und Sozialverhalten betrifft. Die Hähne begleiten wie anfangs beschrieben die einzelnen Familiengruppen durch ihr Revier, bei ihnen sieht der Tagesablauf schon etwas anders aus. Sie verbringen viel Zeit zu meist am Morgen mit der Gefiederpflege, es ist schon ein großer Arbeitsaufwand die langen Oberrückenfedern zu trocknen und in Form zu bringen, hierbei sieht man sie auch schon mal in der Sonne, die ansonsten  gemieden wird. Sie durchwandern ihr Gebiet zu gewissen Zeiten und verweilen an Bestimmten Punkten, ich nenne sie einmal Balzplätze längere Zeiten um die ein bis zwei Stunden und gehen dann zum Nächsten. Sehr lautlos kommen sie an, sichern nach links und rechts nach vorne und hinten. Ist für sie augenscheinlich keine Gefahr vorhanden geben sie das Bekannte Koohoo Kooohoo Koohoo von sich. Auf dem Höhepunkt der Brutzeit oft nur ein Waao Waao Waao auch stellen sie dabei ihr Rad zur Schau obwohl weit und breit keine Henne für mich sichtbar war. Ab Mitte Mai bei einigen auch ein paar Wochen später verlieren die Hähne fast innerhalb von zwei Wochen ihre gesamte Schleppe zu meist setzt auch zu dieser Zeit die Regenzeit ein. Oft sind die Hähne mit wilden Banteng-Rindern, Samba-Hirschen und Wildschweinen anzutreffen die sich wohl im Beisein der Pfaue, wegen derer scharfen Augen sich sehr sicher fühlen. Aber diese heile Welt findet man kaum noch, die Gebiete wo sich solche großen Säuger noch leben können gehen drastisch zurück. Im Juli August sieht man die Hähne kaum, es ist so als würden sie sich bewusst zurückhalten oder verstecken, vielleicht liegt es daran das sie vom Mauserstand aus jetzt wirklich schrecklich aussehen, dass Gefieder verblast und ohne die prächtigen Federn mit den schillernden Augen ist es so, als hätte jemand ihre Pracht geraubt. Es ist für sie jedoch sicher von Vorteil in der Regenzeit ohne das schwere nasse Gefieder sich im jetzt dichten Unterholz und Grünzeug zu bewegen Rufe von ihnen konnte ich während dieser Zeit nicht vernehmen, höchstens hier und da einmal einige Warnrufe. So vergehen die Tage bis Ende Oktober daher ohne nennenswerte Änderungen. Ein Großteil des Gefieders ist erneuert und das sonst lange Oberrückengefieder  hat auch schon wieder eine ansehnliche Länge von einem Meter und mehr erreicht. Ab jetzt sind in den Abendstunden wieder vereinzelte Rufe zu hören und auch die Kämpfe um die Reviergrenzen entfachen von neuem, es sind gewisse Plätze die sehr begehrt sind. Ich möchte einmal einige aufzählen da wären Waldwege besonders bevorzugt die Kurven, Urwaldlichtungen, Flussufer, kleine Inseln in den Flüssen, Wasserstellen jeglicher Art, Bergkuppen und Farmland um einige zu nennen. Bei den Hennen und ihrer Nachzucht ist bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht viel passiert was man erwähnen sollte der Tagesablauf ist von der Suche nach Fressbarem der Aufsicht und Unterrichtung der Küken geprägt. Sie haben jetzt schon die Größe der Hennen erreicht und sind auf die Schnelle nicht mehr von der Mutter zu unterscheiden. Einige Merkmale möchte ich jedoch aufführen die Haut der nackten unbefiederten Gesichtsteile ist von orangener Farbe und ändert sich erst im zweiten Lebensjahr, die Ähren sind kürzer, die Junghähne sind etwas hochbeiniger und ihr  Flügelgefieder ist nicht so leuchtend wie das der Hennen ob diese alt oder jung. Es sind jetzt auch des Öfteren größere Verbände zu beobachten, welche gemeinsam ergiebige Futterstellen aufsuchen wie Reis-oder Maisfelder. Ab Mitte November, die Regenzeit ist vorbei wird die Balz der Hähne intensiver die Rufe nehmen noch mehr zu, auch in der Nacht sind sie zu hören. Auf den Kulturflächen kann man jetzt, wenn man genügend Ausdauer und Geduld mitbringt große Familienverbände beobachten, sogar mit mehreren balzenden Hähnen, dieses Land wird zumeist in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag aufgesucht die Pfaue wissen genau wenn die Farmer kommen und am späten Nachmittag gehen, Ich habe an solchen Plätzen schon 30 und mehr Hennen mit ihren Jungtieren und 3-4 adulten Hähnen beobachten können auch überjährige Hähne gesellen sich dazu, die man sonst fast nicht zu sehen bekommt, doch hier etwas im Abseits von der Gruppe geduldet sind. Schön ist anzusehen das die Jungtiere ihr erlerntes auch schon umsetzen, so ist es nicht immer die Mutter die jetzt eine Familie oder Gruppe anführt die Jungtiere sind jetzt in der Lage dazu und manch ein junger Hahn oder eine junge Henne spaziert vorne weg und mustert zuerst das Gelände bis der Rest der Gruppe folgt. Kleine oder größere Rangeleien um die Rangordnung werden bei solchen Zusammenkünften immer mal wieder ausgefochten. Im Dezember und Januar gehen die Nachttemperaturen sehr herunter oft sind es nur 7° in der Nacht, aber windstill und kein Regen, die Tagestemperaturen jedoch gehen hinauf auf 25° bis 32° je nach Höhenlage die Graser sind mittlerweile verdorrt und das Nahrungsangebot geht zurück, vermehrt werden die Felder der Farmer heimgesucht und mancher Pfaue wird Opfer seines Hungers, obwohl er in vielen asiatischen Ländern als Staatsymbol gilt und auch eine religiöse Rolle spielt werden viele vergiftet oder bejagt und gegessen. Ein Schauspiel der besonderen Art ist jetzt, wenn die Hennen mit ihrem Nachwuchs als erste die  Felder betreten und die Hähne später hinzukommen, da sie ja erst einmal ihr Gefieder trocknen müssen. Man hört sie  im Dschungel laut rufen waaoo waaoo waaoo und dann kommt einer von ihnen angerannt, wie von einer Tarantel gestochen, mit sehr langem Hals, den Kopf leicht nach hinten, die Ähre wippend nach vor und nach hinten, die Brut geschwellt, die Beine weit ausgesteckt nach vorne werfend, spurtet um die 60m an der Gruppe vorbei dreht um und wieder zurück bis auf der Höhe der Gruppe und stoppt dann plötzlich ab und lässt wieder das waaoo waaoo ertönen. Es ist ein sehr beindruckendes Schauspiel, was so glaube ich nur von den grünen Pfauen praktiziert wird, denn bei den blauen Indern habe ich so etwas noch nie beobachten können. Etwas später schreitet er langsam zu einigen Hennen senkt den Kopf etwas seitlich gehalten zu Boden und fängt mit dem Kopf an zu zittern. Er zeigt dabei kein Futter nur seinen farbenprächtigen Kopf mit der langen Ähre. Verharrt so einige Minuten dreht sich zur Seite und streckt dann sein Rückengefieder aus, zu einem in allen regenbogenfarbenem strahlendem Rad. Diese präsentiert er den Hennen zunächst einmal zitternd am ganzen Körper mit stampfenden Füßen von hinten. Die Hennen würdigem dem Akteur dabei keines Blickes und picken wie gelangweilt im Boden nach Nahrung herum. Die Junghähne der Hennen treten hinzu und beteiligen sich an der zur Schaustellung des jedoch noch bei ihnen fehlenden Rades, erst im dritten Lebensjahr sind sie auch voll befiedert wie der Hauptakteur. Dann dreht der Adulte sich zu den Hennen und zeigt sich von vorne in all seiner Pracht und geht mit trippelnden Schritten mehr und mehr auf die Hennen zu, es hat dabei den Anschein als würde er die Hennen vor sich hintreiben. Nach einiger Zeit klappt er sein Rad zusammen und sucht wie alle anderen nach Futter. Mit der Ankunft der Farmer verschwinden dann alle wieder im Dschungel, die Hähne kehren zu ihren Plätzen zurück  und der Rest begibt sich wieder auf  Wanderung. Auf den eigentlichen Balzplätzen in den Revieren der Hähne sah ich immer nur einen Adulten Hahn der dieses Schauspiel vollzog. Wird er auf einem seiner Plätze gestört flieht er für einige Zeit und innerhalb einer halben bis einer Stunde tritt ein zweijähriger Hahn auf die Bühne, in der Hoffnung das der Alte nicht so schnell zurück kommen mag. Diese zweijährigen Hähne lauern überall im Gebüsch und warten auf ihre Gelegenheit ein Revier übernehmen zu können. Sie bereiten den Adulten Hähnen dabei sehr viel Stress. Mit Ende Januar, Mitte Februar sind die Tage der Familienverbände gezählt. Die Hennen verweilen jetzt bewusst  länger auf den Plätzen der Hähne, denn ab dieser Zeit dulden diese keine Jungtiere mehr in der Nähe der Mütter. Sie werden von den Hähnen auf das Äußerste  attackiert sie jagen sie von den Plätzen verfolgen sie auch im Flug durch Bäume und Gestrüpp über mehrere hundert Meter. Auch in den Nachbarrevieren passiert das gleiche überall wo sie sich der Mutter wieder nähern wollen werden sie verjagt. Das ist für die Jungtiere die schlimmste Zeit des Lebens, denn jetzt sind sie auf sich alleine gestellt, zwar gut gerüstet für ihr zukünftiges Leben aber ohne die Fürsorge der Mutter, sie leiden sehr. Wenn man sie sieht rennen sie oft Planlos umher und besonders Einzeltiere haben es jetzt schwer. Nach einigen Tagen schließen sie sich zu kleinen Gruppen zusammen und erkunden für sie oft neues Territorium. Erst jetzt haben die alten Hennen die Möglichkeit auf die Suche nach einem Nistplatz und zur Eiablage zu gehen, denn zusammen mit den Jungtieren des Vorjahres wäre dieses nicht möglich. Ein Tretakt in freier Natur konnte ich nie beobachten nur hören und kenne ihn nur aus der Volierenhaltung, wo bei die Henne auf den Hahn zuschreitet sich vor ihm niederduckt und er sie unter einem von sich laut gebenden jiieh tritt. Diese jiieh konnte ich mehrfach in der Wildnis hören und schließe daraus das der Hahn eine Henne getreten hat. Das Radschalgen ist nicht ausschlaggebend dafür es ist nur das Vorspiel was schon Wochen vorher beginnt. Ich glaube es sind viele Kriterien die dazu führen sich nur von gewissen Hähnen treten zu lassen vielleicht eine Kombination aus Körperbau, schönem Gefieder, Lage des Balzplatzes und ein wenig mehr. Das Jahr endet hier und wir kehren wieder an den Anfang des Berichtes zurück, ich habe aber noch einige Gedanken dazu. In wie weit sich die Jungtiere nach den Attacken der Hähne entfernen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Nur so viel in einem von den Gebieten das ich über Jahre beobachtet habe ist die Anzahl der Revierhähne und Hennen über drei Jahre gleich geblieben. Von den jährlich gezüchteten ca 20 Jungtieren dort habe ich nach den Attacken später keine mehr gesehen. Selbst keine zweijährigen Hähne dafür war vielleicht das Gebiet zu klein und sie sind alle abgewandert. Was ja auch einer gewissen Inzucht vorbeugen würde. Ob sich Hennen von mehreren Hähnen treten lassen müsste an Hand von DAN Proben getestet werden. Brut und Mauser sind von der Regenzeit abhängig und sind gebietsweise verschieden. Die Hähne nehmen bis zu einem Alter von 6-7 Jahren an Schönheit zu. Konkrete Angaben über eine Reviergröße kann ich nicht machen da sie von den äußeren Umständen abhängig ist. In der Regel konnte ich von meinen Beobachtungspunkten zwischen 7-8 verschiedene rufende Hähne feststellen. Auch Hennen geben gelegentlich das Koohoo koohoo hoo hoo von sich, es ist nicht nur den Hähnen vorbehalten, aber es ist sehr selten zu hören und in einer anderen Tonlage.

Ich habe hier versucht einen kleinen Einblick über das Leben der grünen Pfaue in der Natur zu vermitteln und hoffe, dass es für euch ein wenig verständlich und interessant war.

Friedrich Esser