Henne brütend auf ihrem Nest
Henne mit Küken sie sind hier 12 Tage alt
Henne mit Küken sie sind hier 57 Tage alt
Amme mit 12 Tage alten Jungpfauen
Amme mit 90 Tage altem jungem Pfauhahn
Aufzuchtbox mit Jungpfauen wenige Tage alt
Brutmaschinen-Nachzucht 39 Tage alt
Brutmaschinen-Nachzucht Junghahn 80 Tage alt
Junger Hahn ca 120 Tage alt Daumen- und Rückenzeichnung
Junge Henne ca 110 Tage alt Daumen- und Rückenzeichnung

 

Brut und Aufzucht

Die Naturbrut

Zu einer erfolgreichen Zucht gehören zunächst einmal ein gutes Zuchtpaar oder Zuchttrio. Am besten blutfremd, wenn man das Glück hat, blutfremde Pfaue zu bekommen. In der Regel sind die Hähne und die Hennen ab dem zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. Manche Henne legt aber auch erst ab dem dritten Jahr.
In der Natur beträgt die Gelegestärke 3-5 Eier pro Gelege, nicht mehr. Wobei in der Regel zwei Gelege vorhanden sind, sollte das Erste verloren gehen. In der Gefangenschaftszucht sind mehrere Gelege möglich, nicht selten 3 - 4 .
Die ersten Eier, was mache ich damit. Am Besten ist es immer, wenn die Henne selber brütet.Selbstbruttrieb kann man fördern, in dem man Verstecke anlegt. Oft reichen ein paar schräg gestellte Schilfrohrmatten in den Volierenecken aus. Auch im Innenraum, wo die Henne doch mehr vor den Witterungseinflüssen geschützt ist, sollten diese nicht fehlen. Die Brutzeit beträgt in der Regel 28 Tage, leichte Schwankungen sind hierbei durchaus möglich.
Die ersten Küken sind da, was muss ich füttern. Mit jedem handelsüblichen Küken-Aufzuchtfutter ist die Aufzucht möglich, in welches ich ab der zweiten Woche kleine Sämereien mische. Ab der 6 - 8 Woche stellen wir so langsam das Futter auf Erwachsenenfutter um, indem wir Pellets und Turteltaubenfutter hinzu mischen. Stelle Futtergefäße und Wasserbehälter so auf, dass sie für die Kleinen erreichbar sind. Täglich ein paar Mehlwürmer, die man mit etwas Mineralpulver überstreut und frisches Obst sollten auf dem Speiseplan nicht fehlen. Das Ährenträgerpfaue einen Auslauf mit Grasbewuchs und breitblättrigen Wildkräutern bevorzugen, sollte dem Züchter bekannt sein und gehört zur artgerechten Haltung. Es ist darauf zu achten, dass man rechtzeitig für die kleinen Pfleglinge Kletterhilfen zu den Sitzstangen hin anbringt. In der Regel baumt die Henne ab dem 3ten -5ten Tag auf, und wer da noch nicht als Küken folgen kann, geht in der Nacht an Kälte zu Grunde. Junge Pfaue sind flügelmäßig ab dem Schlupf befiedert und schaffen es im Alter von 7 Tagen 2 m hoch zu fliegen. Zur Not kann man in einer Ecke des Innenstalles noch einen Infrarotstrahler installieren, unter dem die Küken Wärme und Schutz finden, sollten einige nicht auf die Sitzstange gelangen. Auch wenn die Henne tollpatschig mit ihren Küken umhergehen sollte, so wird sie doch mit der Zeit eine sehr gut führende und zärtliche Mutter, die ihre Kinder vor jeder Gefahr auch mit viel Körpereinsatz beschützt. Sie können mitunter sehr aggressiv sein, wenn man ihren Küken zu nahe kommt. Eine unserer Henne, sie stammt wahrscheinlich nicht aus Naturbrut, bewegte sich wie ein Elefant zwischen ihren Kindern. Ich dachte schon sie lernt es nie, aber mit der Zeit wurde aus ihr eine sehr fürsorgliche Mutter. Normalerweise braucht man die Hähne nicht von Mutter und Küken zu trennen, sie gehen in der Regel ihre eigenen Wege. Ab einem Alter von 9-10 Monaten muss man die Junghähne jedoch aus dem Gehege entfernen, da sie ab diesem Alter von dem Althahn attackiert und nicht selten getötet werden. Die Vorteile der Naturbrut sind nicht von der Hand zu weisen. Die Küken lernen ein bestimmtes soziales Verhalten, der Züchter hat weniger Arbeit, die Jungen wachsen besser und Probleme mit krummen Zehen, ausgedrehten Gelenken und Federfressen kennt man bei der Naturbrut nicht. Auch eignen sich solche Nachzuchten viel besser für eine Wiedereinbürgerung. Der Nachteil ist die geringere Anzahl an Jungtieren, den ich persönlich lieber in Kauf nehme. Die Qualität der Jungtiere durch Naturbrut ist durch nichts zu ersetzen.

 

Die Brut mit einer Amme

Sollte die Henne nicht selber brüten wollen und die Eier kreuz und quer in der Voliere verstreut ablegen, so kann ich hier die Aufzucht mit einer Hühneramme empfehlen. Viele Züchter sagen Hühner sind Krankheitsüberträger und raten davon ab. Ich kann das nicht behaupten. Haltet die Hühner so wie eure Pfaue was Haltung und Sauberkeit anbelangt, so sind diese Gefahren mit Sicherheit zu über 95% gebannt. Als Amme eignet sich jede Hühnerhenne die gut brütet, vom Seidenhuhn, unter das wir 2 Eier geben bis zur Haushenne mit bis zu 3 Eiern. Nach dem Schlupf verfrachten wir die Amme mit Küken in einer Aufzuchtbox, die eine Größe von 1,20m x 0,60 m und in der Höhe 0,60 m misst. Dort verbleiben sie die ersten Tage. Ab dem 6.Tag kommt bei uns die Amme mit den Küken in eine Voliere mit Grasbewuchs, in die wir auch Sitzstangen in einer Höhe von 0,80m anbringen. Höhere entferne ich, bis sie 30 Tage alt sind. Die Fütterung ist so, wie anfangs geschildert. Ab einem Jungtieralter von 3 Monaten fängt die Amme meist wieder an zu legen und kümmert sich kaum noch um die jetzt herangewachsenen jungen Pfaue. Diese bringen wir dann in einer größere Gemeinschaftsvoliere mit andern Jungpfauen unter, die Amme geht zurück ins Hühnergatter. Die Jungpfaue trauern einige Tage der Amme nach, was nicht verwundern sollte. Denn in der Natur verbleiben die Küken bis zu einem Alter von 10 Monaten bei der Henne, bis die Revierhähne die Familienverbände zerschlagen, damit die Henne erneut erfolgreich brüten kann. Als Amme bietet sich natürlich auch eine Blaue Pfauenhenne an, unter der man, wenn sie brütet, die Eier austauscht. Sie brüten erfolgreich und führen sehr gut, bei ihr lernen die Küken mit am Besten das Art typische Verhalten der Pfaue.


Letzter Ausweg die Brutmaschine

Für viele Züchter ist die Brutmaschine die Regel. Wir benutzen sie auch und sie soll deswegen hier nicht unerwähnt bleiben. Wir verwenden speziell für die Erbrütung von Pfaueneiern einen Flächenbrüter mit automatischer Wendung, er hat sich bei uns bewährt. Wir sammeln die Eier von verschiedenen Hennen, kennzeichnen sie, damit wir später auch wissen von welcher Henne die Küken abstammen. Die Hennen legen normal jeden zweiten Tag ein Ei, diese kann man rund 12 Tage lagern, bis man sie zusammen in den Brüter gibt. Wir fahren den Fläschenbrüter mit ca. 38,4° über der Eigrenze und einer Luftfeuchtigkeit um die 50% Ab dem 26. Tag nach Eieinlage schalten wir die Wendung ab. Nach erfolgreichem Schlupf gebe ich die Küken für ca. einen halben Tag in das Schlupfabteil des Motorbrüters zum schnelleren Abtrocknen, das muss aber nicht, sie können auch die Zeit im Flächenbrüter verbringen. Anschließend kommen sie in eine handelsübliche Kükenaufzuchtbox, welche man auch selber bauen kann. Ein Maß von 0,60m - 0,80m x 0,40m und 0,50m in der Höhe reichen fürs Erste aus. Ab dem zweiten Tag kommen bei uns die Küken in eine Ammenbox, die ich zusätzlich mit Infrarotstrahler oder Heizung, Sitzstangen und einem Tonuntersetzer gefüllt mit Sand ausgerüstet habe, in den Garten. Das Unterteil der Box besteht aus Kükendrahtgeflecht, so das die Küken direkt auch Gras und Klee zupfen können und sehr schnell lernen, kleine Insekten zu fangen. Nachts kommen sie zurück in die kleine Aufzuchtbox. Wozu der Sand, werden sich einige fragen, er ist zur Aufnahme von Magensteinen und für Sandbäder bestimmt.
Die Sitzstangen sind sehr wichtig, auf ihnen ruhen und turnen die Küken herum. Sie sorgen mit dafür, dass Muskeln, Gelenke und Sehnen gut ausgeprägt werden. Sollten die Küken nicht selber fressen wollen, so nimm einen kleinen Malpinsel, tupfe ihn in Wasser und anschließend in den kleinen Futterbehälter. Halte ihn dann dem Küken vor dem Schnabel und es wird sogleich nach den daran haftendem Futterkrumen picken. Praktiziere es so lange, bis das Küken selbstständig Futter aufnimmt. Man kann auch für die ersten Tage ein Hühner- oder Fasanenküken hinzugeben, von ihnen lernen die Jungpfaue schnell die selbstständige Futteraufnahme. Ein großes Problem bei der Kunstbrut sind bei den Küken nach einigen Tagen aus den Gelenken verdrehte Beine. Dies ist nur auf mangelnde Bewegung zurück zu führen. Wer die Zeit dazu hat, gehe abends oder über Tag mit seinen Pfleglingen in den Garten oder in eine große Voliere und renne mit ihnen herum, wenn es auch nur eine Stunde ist. Etwas besseres kann man ihnen nicht bieten. Frische Luft, Sonne und Bewegung ist das A und O in der Pfauenzucht. In der Natur rennt die Henne mit ihren Küken 12 Stunden am Tag herum, dort gibt es keine ausgedrehten Gelenke und ähnliches. Auch sollte man in der Nacht Wasser- und Futtergefäße entfernen, die Tiere sollen nicht gemästet werden. Die Natur dient uns immer wieder als Lehrer, gerade auch in der Aufzucht. Nach drei Wochen, wenn sie aus dem Gröbsten heraus sind, kommen bei uns die Jungpfaue in eine Voliere 2 m x 6 m mit Schutzhaus 2m x 2m und 2,20m in der Höhe. Ausgerüstet mit Sitzstangen 0,80 hoch und Infrarotstrahler oder Heizung. Das Futter wie oben beschrieben, verwenden wir für alle unsere Hühnervögel. Ab dem 2ten - 3. Monat kommen die Jungtiere dann auch in eine größere Gemeinschaftsvoliere. In dieser verbleiben sie ca. 10 Monate. Kleine Rangeleien zwischen den Hennen und Rangeleien zwischen den Hähnen stehen auf der Tagesordnung. Sollten sie aber extrem werden, speziell unter den Hähnen, so sind diese voneinander zu trennen. Neue Zuchtpaare stellt man auch ab diesem Alter zusammen, so haben die Tiere genug Zeit sich aneinander zu gewöhnen. Junge Hähne und Hennen lassen sich ab einem Alter von 3 Monaten sehr gut bestimmen. Die Flügelfedern des sogenannten Daumens sind bei den Hennen schwarz gebändert und bei den Hähnen nicht. Das Deckgefieder des Rückens weist bei den Hennen eine breitere, weißgraue Bänderung auf als bei den Hähnen.
Handaufgezogene Ährenträger, denen man nach dem Schlupf im richtigen Moment Futter gibt und mit denen man sich während der Aufzucht beschäftigt, wie spazieren gehen usw., bleiben dem Menschen ein Leben lang ein sehr treuer Begleiter.
Auf Krankheiten ist immer zu achten. Kokzidien und Luftröhrenwürmer sind in den ersten Monaten zu meist das größte Problem. Ebenso die Schwarzkopfkrankheit, diese aber eher selten. Frage hier deinen Veterinär. Ich weiß zwar auch ein wenig, bin aber kein Arzt. Sauberkeit ist der beste Schutz gegen Krankheiten. Reinige mindestens einmal wöchentlich deine Volieren, die Aufzuchtboxen am besten täglich.
Krumme Zehen müssen nicht sein, sie sind ein typischer Kunstbrutfehler und sie lassen sich schnell korrigieren. Man nehme einen 10cm langen und ca. 2-5 cm breiten Streifen Tab oder Isolierband und legt diesen mit der Klebeseite nach oben auf eine Unterlage ( Tisch o.ä. ), so dass die nicht klebende Seite auf der Auflage liegt. Man nimmt das Küken am Besten wenn es einen Tag alt ist, und drückt den Fuß leicht auf die linke Seite des Taps, und richtet die Zehen so aus, wie sie sein sollen. Schlägt dann von der rechten Seite das Tap nach links, so dass die Zehen im Tap eingebettet sind. Drücke dann die Räume zwischen den Zehen fest zusammen und schneidet mit einer Schere überstehendes Tab ab, fertig. Achtung, schneidet nicht in die Zehen! Der kleine Pfau läuft jetzt zwar wie eine Ente, das ist aber kein Problem, nach vier bis sechs Tagen löst man das Tab ab. Zu über 90% sind die Zehen jetzt so, wie sie sein sollen. Diesen Vorgang kann man nach 2-3 Tagen wiederholen, sollte es beim ersten Mal nicht funktionieren. Dabei kann man die krummen Zehen in der Gegenrichtung etwas überdehnen.


Man kann Pfaue so züchten und aufziehen, es muss aber nicht so sein wie hier beschrieben. Ich gebe nur meine Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre als Züchter und Beobachter in der Wildnis gemacht habe an euch weiter. Vielleicht ist es ja dem Ein oder Anderen eine Hilfe.
Fragen oder Kritik beantworte ich gerne dazu per Mail siehe Kontakt.

Auch über einen Eintrag ins Gästebuch würde ich mich als Resonanz sehr freuen.