Aus Züchterhand für Züchterhand

05.12.2008

Ratschläge für die Haltung und Zucht von grünen Pfauen

Sollte sich durch diese Internetseiten jemand inspiriert fühlen und sich für Zucht und Haltung einer der schönsten Hühnervogelarten, dem grünen Pfau entschließen, hier einige Tipps dazu.

Zunächst einmal sind die grünen Pfaue nicht winterhart und benötigen unbedingt für die kalte Jahreszeit ein beheizbares Schutzhaus. Temperaturen um die 5 Grad plus sind noch o.k. Denn auch hier im Norden Thailands fallen die Temperaturen nachts in der Winterzeit  auf unter 10 Grad und die grünen Pfaue haben hier kein Schutzhaus. Die Tagestemperatur hingegen beträgt  22° bis 31°. Aufenthalte in Schnee und Eis sind unbedingt zu vermeiden und schaden den grünen Pfauen sehr.

Die Größe des Schutzhauses hängt von der Anzahl der unterzubringenden grünen Pfauen ab. Meine Empfehlung  für ein Paar oder Trio sind wie folgt:

Schutzhaus 3-4 m in der Tiefe, 4-5m in der Breite und 2,5- 3,5 m in der Höhe,  vorzugsweise mit den Fenstern nach Süd-Ost ausgerichtet, damit auch die ersten Sonnenstrahlen mit dazu beitragen, das Schutzhaus aufzuheizen. Als Baumaterialien bieten sich hier Blocksteine mit einer guten Isolierschicht an, Bauwerke aus Holz sind ebenfalls wegen ihrer guten Dämmung zu empfehlen, sie  bieten leider aber den Nagern wie Ratten und Mäusen auch eine gute Unterkunft. Die Sitzstangen aus Holz, armdick, sollten in einer Höhe von 1,70 - 2,00m angebracht werden, so dass der Stoß der Hähne den Boden nicht berührt und nicht von Kot verunreinigt wird.
Ein Estricht aus Beton ist ebenfalls zu empfehlen, damit sich nicht dort auch die Nager einnisten können. Als Einstreue empfehle ich für die warme Jahreszeit eine 5cm dicke Sandschicht und für die Wintermonate Hobelspäne oder Stroh. Als Heizquelle bieten sich Radiatoren, Infrarotstrahler oder ein Anschluss an die eigene Gebäudeheizung an.

Ährenträgerpfaue sind in der Natur einen ganzen Tag unterwegs. Sie halten sich nie lange an einem Ort auf. Die Aussenvoliere sollte nach Möglichkeit eine Größe von 10m-15m in der Breite,  eine Tiefe von 15m-20m und eine Höhe von 2,5m -3,5m haben. Hier bieten sich Pfosten aus 50er verzinktem Eisenrohr an, dieses bietet sich auch als obere Umrandung zur Befestigung des Drahtgeflechtes und des Schutznetzes an. Ein umlaufender Randstein bietet Schutz vor Füchsen und erleichtert das Rasen mähen. Ein Drahtgeflecht mit 50er Maschenweite, oder Casanetdraht 19mm, dienen als seitliche Bespannung, als Abdeckung der Voliere haben sich Kunststoffnetze in einer 25er bis 60er Maschenweite bestens bewährt. Sie sind sehr leicht, reißfest und haben eine Haltbarkeit von über 20 Jahren.
Der Volierenboden ist vorzugsweise zwecks besserer Dränargierung zunächst mit einer 5cm-10cm dicken Sandschicht abzudecken, in die dann Gras eingesät wird. Ein Drittel der Volierenanlage sollte mit Rindenmulch abgedeckt werden. Zwei bis drei Sitzstangen in 180m Höhe und einige Ziersträucher, die als Versteck und Sonnenschutz gerne aufgesucht werden, runden das Gesamtbild der Voliere ab.

Vergesellschaften kann man die grünen Pfaue sehr gut mit Pfaufasanen, Gold-, Amherst- und Silberfasanen, am Besten ist es, wenn sie zusammen aufwachsen, dann sind sie sehr gut aneinander gewöhnt und achten sich. Eine 100% Sicherheit kann ich hierbei jedoch nicht aussprechen. Ein gemeinsames Unterbringen mit Haus- oder wilden Kammhühnern sollte jedoch nicht unternommen werden, denn die Hühner sind mitverantwortlich für die Übertragung der gefürchteten Schwarzkopfkrankheit.

Als Fütterung kann ich ein Turteltaubenfutter von Teuerlings und die Fasanenpellets WZR Reifefutter von Deuka empfehlen. Mineralien und Muschelkalk sollten auch immer zur Verfügung stehen und werden gerne aufgenommen. Obst der Saison sollte auch in den Sommer- und Herbstmonaten nicht fehlen. In der Mauserzeit sind zusätzlich Mehlwürmer anzubieten.

In Asien fällt die Mauser- und Aufzuchtzeit der Jungtiere in die Regenzeit, dann ist hier in der Natur der Tisch reich gedeckt, frisches Grün, unreife Samen, viel Obst und eine Unzahl an Kerbtieren bilden jetzt die Nahrung. In der Balzzeit leiden die Hähne eher Hunger und die Natur bietet lediglich einige vertrocknete Samen mit vielen Faseranteilen. Der Grundstein für eine gute Zucht wird in den Sommer- und Herbstmonaten des Vorjahres gelegt.
Wenn man den Pfauen täglich ein paar Erdnüsse oder etwas Eiwaffel gibt, werden sie sehr schnell handzahm.

Der letzte Schritt ist der Erwerb eines Paares oder Trios Pfaue, ob muticus muticus, - imperator oder – spicifer, ist eine persönliche Entscheidung. Schön sind sie alle, aber gute und artenreine Pfaue zu finden, das ist nicht so einfach.
Hüte dich aber davor, irgendwelche Pseudotiere aus Zeitungen oder dem Internet zu erwerben. Viele von den Anbietern wissen noch nicht einmal wie artenreine Ährenträgerpfaue aussehen, geschweige denn haben sie je welche gesehen. Der Markt an untereinander und mit dem indischen Pfau verkreutze Pfaue ist riesengroß. Auch ich habe bei meinen ersten Ährenträgerpfauen Lehrgeld zahlen müssen.