Ein Mischling zwischen Nord Imperator und blauem Inder
Durch Inzucht schon fast keine Farbe mehr auf den Flügeln
Auch in dieser Henne ist blaues Inder Blut vorhanden, in der Natur gesehen
Noch ein Mischling
Thai West imperator Hahn
Thai West imperator Henne
Thai Nord imperator Hahn
Flügelfarbe eines Nord Imperator Hahnes
Thai Nord imperator Henne von der Seite
Thai Nord imperator Henne von hinnten
Ost Java Hahn mit dunkel-blauer Flügelfarbe durch die starke Sonneneinstrahlung
Ost Java Hahn mit dunkel-blauer Flügelfarbe durch die starke Sonneneinstrahlung
Ost Java Henne mit dunkel-blauer Flügelfarbe durch die starke Sonneneinstrahlung
Ost Java Henne
Fluegelfarben oben maennlich unten weiblich aus Nord Thailand, Ost Java und Nord Myanmar

 

Zur Artenbeschreibung                                                       Start, 17.08.2011
Es ist nicht einfach, eine Art oder Spezies zu beschreiben, besonders gilt dieses für die Ährenträgerpfaue, da sie aus jedem Blickwinkel betrachtet in einer anderen Farbe schillern. So kann es zum Beispiel sein, dass das Flügelgefieder einer Henne von vorne betrachtet grün erscheint und wenn sie an uns vorbei schreitet, auf einmal in eine blaue Farbe wechselt. Auch müssen die Tiere im gleichen Mauserstand sein, was auf Grund der gebietsweise abweichenden Brut- und Mauserzeiten auch nicht gerade einfach ist. Ein anderer Faktor ist die Sonne, denn umso mehr die Pfaue dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, umso mehr verblassen die Farben des Gefieders im Laufe des Jahres. Aus einem metallic -blau-grün wird unter Umständen ein ganz dunkles Blau oder Schwarz. So sind gerade bei den Pavo muticus muticus Hähnen aus Java die Handschwingen in der Balzzeit fast dunkelblau, das fällt besonders bei den Baluran Tieren auf, was aber nicht verwunderlich ist, da es dort in der Brut- und Balzzeit fast keinen Schatten gibt. Die Savanne ist wie ausgedörrt und schattenspendende Bäume sind sehr rar. Auch bei Imperator-Hähnen und Hennen konnte ich dieses vielfach sehen. Das Hals- und Nackengefieder ist davon auch betroffen und dunkelt nach.
In einigen Fachbüchern wird das Gefieder der Ährenträgerpfaue intensiv beschrieben, was mir persönlich nicht möglich ist, da ich auf keine Bälge erlegter, wilder Pfaue zurückgreifen konnte, um eine im detailgenaue Beschreibung einer einzelnen Feder geben zu können. Frühere Wissenschaftler haben Bilder zu Spezies gemalt und anhand von erlegten Bälgen, die zu Dutzenden in die Museen der Welt gelangt sind, das Gefieder und den Körperaufbau beschrieben. Moderne Fotoapparate mit denen es möglich wäre, ein verständlicheres Gesamtbild zu geben, gab es leider zu jener Zeit nicht.
Wenn man solche Beschreibungen liest und diese mit seinen Tieren zu Hause vergleicht, findet man immer etwas, das passt. Ein gutes Farbfoto ist da schon viel aussagekräftiger und wird manchen Züchter zum Nachdenken bewegen, ob seine Tiere wohl artenrein sind. So werde ich mich bei den einzelnen Unterarten auf das Wichtige beschränken und kann nur sagen, vergleiche die Fotos mit deinen Tieren und sei kritisch zu dir selber. Im Zweifelsfall sollte man auf eine weitere Zucht schon alleine im Sinne des Artenschutzes verzichten. Alle von mir gezeigten Fotos stammen aus der Natur, es sind meines Wissens nach absolut artenreine Pfaue, sie gelten meiner Meinung nach mit als Maßstab für einen Vergleich zu den Ährenträgerpfauen in den eigenen Volieren.
Arten, die ich bis jetzt selber noch nicht in der freien Natur zu sehen bekommen habe, werde ich auch hier nicht erwähnen, aber sobald es mir möglich sein sollte, sie in der Wildnis zu beobachten, werde ich auch über diese schreiben.
Die Farbe der unbefiederten Gesichtshäute von Hähnen und Hennen kann stress-, krankheits- und temperaturbedingt durchaus variieren, von hellblau bis kobaltblau und von hellgelb bis orange.
Die Farbe der Zehen und Schenkel sind in der Regel tiefschwarz, wenn der Lebensraum oder der Habitus stimmen. Die feinen Hornplättchen werden durch Wasser aufgeweicht und vom Gehen im Gestrüpp abgenutzt oder abgestreift, sie erscheinen fast lackschwarz. Bei den Pfauen, die sich einem neuen Lebensraum anpassen mussten, zum Beispiel im Gebirge, sind sie eher grauschwarz, was auch bei den meisten Volierentieren so sein wird.
Die wichtigsten groben Merkmale sind zunächst einmal die unbefiederten Gesichtshäute in blauer und gelber Farbe mit Ihren Abgrenzungen. Die Form und Länge der Ähre sollte schlank und lang sein, was eher aussieht wie ein Pinselquast, ist nicht ok. Sollte keine schöne Ähre vorhanden sein und die Farben der Gesichtshäute nicht klar abgegrenzt sein, liegt oft eine Vermischung mit dem blauen indischen Pfau vor. Finger weg von solchen Tieren! Ganz ausschlaggebend ist der Farbe der kleinen und mittleren Flügeldecken, besonders bei den Hennen. Leuchten sie nicht metallic-grün und metallic-blau bei Pavo muticus muticus und Pavo muticus imperator, dann stimmt etwas nicht. Die Farbe geht sehr oft bei Inzuchten oder bei einer Vermischung mit Pavo muticus spicifer verloren. In Foren und Büchern werden zumeist die Hähne in voller Pracht gezeigt und die dazu gehörigen Hennen gar nicht. Aber gerade das leuchtende Gefieder der Hennen sagt viel darüber aus, ob die Tiere gut, oder eher schlecht sind.

Anfangen möchte ich mit der Spezies Pavo muticus imperator, welche wohl das größte Verbreitungsgebiet in Anspruch nimmt.

Pavo muticus imperator aus West-Thailand
Diese Unterart ist vom Körperbau fast so hochbeinig wie die Java Unterart Pavo muticus muticus. Der Kopf des Hahns ist geschmückt mit einer bis 15 cm langen Ähre, welche meist um die 130° zum Schnabel getragen wird. Die Kopfplatte ist mit sehr kleinen blaumetallic schillernden Federchen befiedert. Die nackte Gesichtshaut ist hellblau, nach hinten hin gelb- orange . Gesäumt von einem Band dunkelblauer Federchen vom hinteren Ansatz der Ähre hinunter zur Kehle. Die Ohröffnungen sind schwarz in der gelben Gesichtshaut gesäumt. Ein schwarzes Band ziert die Augen bis hin zum Unterschnabel. Die Augenbrauen oder Lidstriche sind schwarz. Das schuppige Hals- und Nackengefieder goldgrün glänzend, im Nacken zur Schleppe hin sind die Federn oval und schwarz gesäumt. Die langen Schleppenfedern kupfern-metallicgrün, die Äußeren mit feinen grüngoldenen Härchen, welche fast bis zum Boden reichen. Die eigentlichen Schwanzfedern dunkelgrau, im Bereich der Federschäfte hellbraun. Die Schultern, oder der Flügelansatz, sind von grüner Farbe und nach unten zu der kleinen Flügeldecke hin blau, wobei die Federn einen etwas metallic-blauen Saum haben. Nach außen zur Armschwinge hin erscheinen die Flügel in einem dunkelgrünen fast schwarzen Farbton. Die Handschwinge und der Daumen in einem hellbraun. Im Bereich des Ellbogens zeigt sich ein Dreieck aus kleinen, halbrunden, goldgrünen Federn. Der Bauch erscheint schwarz-dunkelgrün, die Schenkel oder Wadenbeine schwarz und mit braunen Sprenkeln. Die Haut der Zehen und Mittelfüße sind schwarz und ohne Federn.
Die Hennen sind vom Körperbau etwas kleiner und wirken gedrungener. Die Länge der Ähre ist etwas kleiner als beim Hahn. Bei manchen kann sie aber auch um die 12cm Länge erreichen. Das grün metallische Gefieder der Kopfplatte reicht weit in den Nacken hinein. Die nackte Gesichtshaut ist nicht so blau wie beim Hahn, sondern etwas heller. Nach hinten hin ist sie gelborang wie beim Hahn, der Lidstrich und die Zügel fast braunschwarz . Die Ohren und die gelbe Gesichtshaut sind schwarz umsäumt. Das Hals- und Nackengefieder ist schuppig, die einzelnen Federn blaugrün und nach außen Isabel Farben. Die Brust ist dunkelgrün, zum Bauch hin fast schwarz. Im unteren Nacken, auf der Höhe der Schulter sind die Federn halbrund goldgrün und schwarz gesäumt. Das Rückengefieder ist dunkelgrau und die Federn der Oberschwanzdecke grün mit weißgrauer Bänderung, teilweise mit einem kupfernen Glanz. Die Schwanzfedern selber sind dunkelgrau, fast schwarz, mit einer weißgrauen Bänderung. Die Schultern sind grün, ab den kleinen Flügeldecken intensiv metallic-grün-blau, zur Armschwinge hin fast schwarz. Im oberen Bereich ist die Armschwinge dunkelgrau mit hellgrauer Bänderung. Die Federn der Handschwingen sind hellbraun, manche schwarz umsäumt, die Federn des Daumens zusätzlich noch mit einer schwarzen Bänderung. Die unbefiederte Haut der Zehen und der Läufe sind von grauschwarzer Farbe, die Federn der Schenkel fast schwarz.

Nord-Imperator aus Nord-Thailand und Nord-Laos
Die Hähne wirken oft etwas kleiner von der Statur als ihre Vettern aus dem Westen, sie erreichen aber auch eine Kopfhöhe von 0,90m bis 1,00m. Das Brust- und Nackengefieder ist ein wenig matter, die Schleppe mehr grünlich, die Ähre wird zumeist nach vorne getragen, um die 70° zum Schnabel hin.
Die Henne sieht so aus wie die Cousine aus dem Westen des Landes und erreicht eine Kopfhöhe von 0,80m.

Pavo muticus muticus aus Ost-Java (Indonesien)
Die Hähne sehen sehr hochbeinig und schlank aus. Das Hals- und Brustgefieder erscheint viel mehr gold-kupfrig-grün. Die Federn der kleinen und mittleren Flügeldecken sind intensiv metallic blau, fast wie die Flügelfedern des Glanzfasanes, je nach Sonneneinstrahlung auch metallic grün. Die Kopfform ist von der Nase zur Ähre hin runder als beim Imperator.
Die Pavo muticus muticus Hennen sind auch sehr hochbeinig. Das Brust- und Nackengefieder ist ein wenig mehr golden als bei den Imperator Hennen . Die kleinen und mittleren Flügeldecken zeigen sich intensiver metallic-blau, die Armschwinge nach hinten dunkelrötlich. Handschwinge und Daumen sind hellbraun, wobei die Daumen eine stärkere Bänderung aufweisen als bei den Imperator Hennen. Das kurze Schleppen- oder Oberrückengefieder ist grünmetallic mit einem stärker kupfernen Glanz, die grauweiße Bänderung am Ende ist doppelt und etwas breiter als bei den Imperator Hennen. Um die Augen herum ziert diese Art zusätzlich ein kleiner, dunkler Ring und die Kopfform ist von der Nase zur Ähre wie beim Hahn runder.


Pavo muticus muticus West Java Indonesien
Als ich den Westen Javas besuchte, waren dort die Pfaue in einem Mauserzustand, der keine Beschreibung zuließ.
Was mir auffiel, war der etwas breitere schwarze Ring um die Augen der Hennen im Vergleich zu denen aus Ost Java.

Im nächsten Jahr gibt es vielleicht mehr zur Artenbeschreibung, ich hoffe sie war eine kleine Hilfe für Euch.